Momos Blog

Second Life und alles, was mir so einfällt

Nein, bin ich nicht …

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… ich bin nicht religiös.

Ich bin schon vor vielen Jahren aus der Kirche aus Gründen ausgetreten, die heute noch gelten.

Ich besuche allerdings gern Kirchen. Nie gezielt, mehr zufällig, weil es mir gerade so in den Sinn kommt, weil ich Stille, einen Moment des inneren Luftanhaltens und der inneren Entschleunigung genießen will.

Ich habe gestern Abend in der ARD einen Film gesehen: „Haltet die Welt an“. Er basiert auf dem Buch von Anja Wille mit dem Titel „Und trotzdem lebe ich weiter“. Sie schildert darin den Verlust ihres Sohnes Felix, der 2004 von einem Serienmörder umgebracht wurde.

Der Film kann in voller Länge in der ARD-Mediathek angesehen werden. Ich hoffe, dass die „Beckmann“-Sendung im Anschluss an den Film, in der unter anderem Anja Wille und die Hauptdarstellerin des Films Christine Neuabauer zu Gast waren, auch noch in die Mediathek eingestellt wird.

Ganz am Schluss des Films ist die Beerdigungsszene, in der eine Pastorin eine Grabrede hält.

Darin kommt etwas vor, das mich sehr bewegt hat und nicht in Ruhe lässt. Ich hab es mitgeschrieben.

Der Traum

Ein Mensch träumte, er ginge am Strand mit Gott spazieren.

Die Sterne schienen und er konnte seine eigene Vergangenheit erkennen.

Er sah doppelte Fußspuren im Sand und fragte, was diese bedeuteten.

Gott antwortete:

„Seit es dich gibt, habe ich dich immer begleitet“.

Doch dann sah der Mensch ein Stück lang nur eine Spur und fragte, was das bedeutete.

Er erinnerte sich, dass dies die schwerste Zeit in seinem Leben war und er fragte:

„Wo warst du während dieser Zeit, warum hast du mich allein gelassen?“

Und Gott entgegnete:

„Ich habe dich nie verlassen. Da, wo du nur eine Spur siehst, habe ich dich getragen.“

Written by momola

3. April 2010 um 02:40

Veröffentlicht in Über mich, Querbeet

5 Antworten

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  1. Ich habe den Film gestern auch gesehen.
    Nach der letzten Szene bin ich in Tränen ausgebrochen.
    Danke, dass du den Text hier veröffentlicht hast.

    Lisa

    3. April 2010 at 12:04

  2. Das Gedicht berührt mich immer wieder: Ich darf schwach sein und werde trotzdem getragen. Ich darf sogar sterben und trotzdem bleibt mir das Leben. Ich bin dem Unbegreiflichen nicht schutzlos ausgeliefert. Es passt für mich gut zu Karfreitag und Ostern und zu dem, was da geschah und was für mich sehr wichtig ist. Danke, Momo! LG Kimm

    Kimm Aeon

    3. April 2010 at 15:28

  3. Vielen Dank dafür. liebe Momo. Mich hat dieser Film und speziell diese Szene auch sehr bewegt und meine Tränen waren kaum zu halten. Ich hatte ihn aufgezeichnet und erst gegen Mitternacht gesehen – so erfuhr ich zu spät, wer danach bei Beckmann zu Gast war… Ich kann mich der Hoffnung nur anschließen, dass auch die nachfolgende Sendung in der Mediathek bereitgestellt wird. Ich fühle sehr mit der verwaisten Mutter.

    Carla

    3. April 2010 at 18:17

  4. Ich habe diesen wunderschönen Film zu ersten Mal gesehen, die gesprochenen Worte am Grab ließen mir die Tränen kommen. Da ich meine Frau vor sieben Monaten nach langer schwerer Krankheit verloren habe, haben diese Worte mir viel Trost und Kraft gegeben.
    LG Helmut

    Helmut Weiß

    9. September 2012 at 06:17

  5. Hallo Helmut,

    danke für Deinen Kommentar.

    Ich habe lange überlegt, was ich Dir schreiben kann, aber mir fehlen die richtigen Worte und ich möchte nichts Oberflächliches, Gedankenloses, Bedeutungsloses antworten.

    Daher von Herzen: Alles Gute.

    momola

    9. September 2012 at 11:12


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