Die Sprachkultur im Internet
Warum muss eigentlich die Sprache, derartig in Internetforen und -Chats verkommen, dass man (wie ich soeben) das hier in einem Posting lesen muss:
“Mal mich XXXX an die Seite stell”
Auch folgende Stilblüten durfte ich schon lesen:
“Mal XXXX in den Arm nehme und drück”
“Mir einen Keks hole und ihn genüsslich verspeise”
“Bussiwerf” (ersatzweise “Küsschengeb”)
“/me lacht laut”
Muss man mit aller Macht den Sinn dessen, was man ausdrücken wil, derart verkürzen und auf pure debile Idiotie reduzieren? Mir wirds schlecht, wenn ich sowas lese.
Im realen Leben gehe ich doch auch nicht in ein Restaurant und sage zum Kellner “Karte will, Hunger hat” und zu meiner Begleitung “streicht sich wohlig den Bauch und sagt, dass sie satt ist” oder zu meinem Freund: “Dich lieb anlächelt und fragt, ob er auch Lust hat”.
Meine Güte, mich regt sowas tierisch auf und beim Lesen solcher Stammeleien wird mir übel. Erst recht, wenn von jemandem solche Buchstabensammlungen in Foren oder Chats hinterlassen wird, der glaubt, er habe die Weisheit mit Löffeln gefressen und seine Hinterlassenschaften seien ausnahmslos (es sind tatsächlich nur wenige) wertvoll.
Man kann sich auch im Internet so ausdrücken (sogar witzig), dass es sich völlig – abgesehen vom Inhalt schmerzfrei – lesen lässt.





Was in sparsamer Dosierung durchaus witzig sein kann – der Inflektiv, auch Erikativ genannt, sowie kleine “Regieanweisungen” – wird im ungekonnten Übermaß einfach nur billig und albern. Andererseits muß man das vielleicht nicht überbewerten; mir sind aus einem Chat mehrere Leute bekannt, die in geschliffenstem Hochdeutsch verleumden, bloßstellen und beleidigen – und andere, die in weniger geschickter Sprache freundlich sind.
Was ich ziemlich schlimm finde, ist, einem unglücklichen Menschen zu schreiben “Mal ganz viel Kraft rüberschick” – in Abwandlungen, manchmal sogar als vollständiger Satz und trotzdem vollständig sinnentleert.
Claudia
15. August 2008 um 22:46
Guten Morgen,
dem o. geschriebenen kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen.
Ganz grausam empfinde ich auch, wenn bestimmte Worte, ich denke hier insbesondere an das unschuldige Wörtchen “nicht”, vollkommen vergewaltigt werden. Manche Blogger/Forumschreiber verwenden mit einer Selbstverständlichkeit nur noch “ned” oder “net”.
Da dreht sich mir der Magen um.
Einen wunderschönen Sonnabend noch
LG
Kallie
Kalliope
16. August 2008 um 09:24